Was war das wieder für ein Wochenende für den BSC 95 Schwerin? Zwei Tage, vier Städte und jede Menge Mädels- und Jungspower. Aber fangen wir doch der Reihe und der Entfernung nach an… Nee doch noch nicht, denn die folgenden Zeilen werden lang. Sehr, sehr lang. Also erst einmal das Inhaltsverzeichnis und dann die Lektüre:
- DM-Premiere in Oberbayern – U13erin Charlotte Dettmann setzt Startschuss für die Zukunft
- Ranglistenluft für U13-Quartett in Neubrandenburg – Wieder Mixed-Silber für Charlotte Brüning
- Knallerergebnisse in Greifswald – 3 Titel bei O19 Landesmeisterschaften
- Hobbyliga in Neukloster – BSC-Team schrammt nur knapp an Sieg vorbei
DM-Premiere in Oberbayern
Schon am Morgen des 5. Dezember ging es los für unser Vater-Tochter-Gespann Patrick und Charlotte, denn die weite Zugfahrt nach Trostberg (rund 100 Kilometer östlich von München) möglichst reibungslos laufen. Immerhin stand für unsere U13erin einen Tag später ihre erste Deutsche Meisterschaft an. Allein die Qualifikation zur nationalen Bestenermittlung war ein Riesenerfolg. Da gab man sich liebend gerne die 10-stündige Reise. Und die verlief dann tatsächlich reibungslos. Also mit der Deutschen Bahn, inklusive vier Umstiegen – der Hammer. Das kennt man ja eigentlich gar nicht mehr.
Da der Einzug ins Feld der Mixed-Konkurrenz hauchdünn nicht drin war – Lotti und ihr Berliner Partner hofften bis zuletzt als Nachrücker noch teilnehmen zu dürfen – sollte es eben im Mädchendoppel rund gehen. Hier stand unser Badmintonass zusammen mit ihrer Stammpartnerin Tian Yu Dong (TV Eiche Horn), als Drittplatzierte der Norddeutschen Meisterschaften zwar ohne Setzplatz aber mit jeder Menge Motivation (und Nervosität) unter Deutschlands Besten.
Bis zum Erstrundenspiel am Samstagnachmittag war also genügend Zeit, die Halle und die Atmosphäre kennen zu lernen. Ein wenig für Irritation sorgte zwar, dass bei einer DM weder Tablets und Monitore (sondern nur mit einfachen Zähltafeln) zur Verfügung standen noch Schiedsrichter zum Einsatz kamen; Wunsch an den DBV: das müsste eigentlich zum Standard gehören. Und am Stand des örtlichen Ausrüsters/Fachhändlers war nur Bargeldzahlung drin – echt jetzt, im Jahr 2025 . Der Ablauf der Spiele war dann aber flüssig, womit die Meisterschaft ganz nach Plan lief.
Plan war es dann auch für Charlotte und Tian Yu das Erstrundenspiel zu gewinnen, bevor man im Achtelfinale auf die an Zwei gesetzte Paarung treffen würde. Leider gingen beide zu verhalten in den ersten Satz. Schnell zeigte sich dass das Duo von der TG Unterliederbach (Hessen) deutlich Routinierter agierte. Im Zweiten Satz lief es dann besser. Die Anweisungen von BSC-Trainer Patrick gut umsetzend, gingen sie sogar mit einer Führung in die 1-minütige Coachingpause. Aber wir kennen es ja alle: eine kleine Unachtsamkeitsphase und schon liegt man plötzlich zwei Punkte hinten. Den Abstand konnten beide dann leiser nicht mehr gut machen und so ging auch Satz Nummer zwei an das Frankfurter Doppel.
Das Fazit ist dennoch positiv: Charlotte als auch Tian Yu gingen immerhin ungesetzt in diese DM. Einer ihrer Pluspunkte ist definitiv, dass sie sich stets unverkrampft und dennoch immer motiviert zeigen. Zwar fehlt ihnen ein gemeinsames Training, doch da wird sich in der Zukunft bestimmt die eine oder andere Gelegenheit bieten. Heißt: beide werden und wollen auch zukünftig zusammen aufschlagen und zu einer ernstzunehmenden Paarung im überregionalen Turnierzirkus werden. Zumal sie als 2014er Jahrgang noch ein weiteres Jahr Teil der AK U13 sind. 2026 will sich Charlotte zudem in mindestens zwei Disziplinen die DM-Quali sichern.
Ranglistenluft für U13-Quartett in Neubrandenburg – Wieder Mixed-Silber für Charlotte Brüning
Nicht nur Lotti war am 6. Dezember gefordert. Auch vier ihrer Trainingskameradinnen zog es in die Ferne. So wollten unser U13-Quartett Isabell, Charlotte B., Johanna und Alea in Neubrandenburg wichtige Turniererfahrung und natürlich auch den einen oder anderen Ranglistenpunkt sammeln. Unser U17-Aufgebot bekam diesmal Spielfrei, stand doch am Folgetag ein für sie deutlich prestigeträchtigeres Event auf dem Plan.
Unsere Rookies gingen derweil allesamt als Underdogs in die Einzelkonkurrenz des letzten C-Ranglistenturniers in diesem Kalenderjahr, in ihre Partien jedoch keineswegs ohne Ehrgeiz und Ziel. Die erste Runde war für alle dennoch etwas schwer. Zwar zeigten sie, was sie in den zurückliegenden Wochen gelernt haben. Lena, die ihre Rolle als Coach bestens meisterte, hätte sich trotzdem das eine oder andere Fünkchen mehr Selbstvertrauen gewünscht.
Ab der zweiten Runde lief es schon besser. Am Ende sprangen folgende Platzierungen heraus: 9. für Charlotte, 11. für Johanna, jeweils 13. für Isabel und Alea.
Zum Ende aber noch das Beste, denn vor den Einzelmatches wurden ja die Mixed-Begegnungen ausgetragen. Charlotte agierte hier als einzige BSClerin. Und das wie bereits bei den zurückliegenden Landesmeisterschaften an der Seite des Greifswalder Talents Emil Schäfer. Wir erinnern uns: in einem nervenzerreißenden Finale unterlagen sie in Güstrow erst in der Verlängerung des dritten Satzes. Nun wollten sie also erneut ganz nach vorne. Nach einem klaren Sieg gegen Lemcke/Abid (3) kam für die Vizelandesmeister gegen die an Zwei gesetzten Berliner Lichtner/Tram erst im dritten Satz die Entscheidung und damit der Einzug ins Finale. Ihnen gegenüber standen hier die Top-Favorieten Vogelsang/Breithaupt. Wieder ging es in den entscheidenden Durchgang. Beim 20:20 wurden Erinnerungen an die LEM wach. Würde es jetzt gelingen? Nein. Die beiden nächtsen Punkte gingen an die Konkurrenz. Wieder Silber. Aber kein „nur“, für unsere (zweite) Charlotte ist das ein mega Erfolg. Ganz dicke Glückwünsche noch einmal an dieser Stelle.
Fazit: Bei unserem Gespann ist noch viel Luft nach oben vorhanden. Was noch an Spritzigkeit und Schlagkraft fehlt, können die vier aber in Sachen Teamgeist und gegenseitiger Unterstützung schon mal wett machen. Isabell und Alea haben sich jedenfalls klare Ziele für die nächste U13-Saison gesetzt. Johanna und Charlotte werden sich demnächst in der U15 beweisen müssen. Drücken wir die Daumen.
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Knallerergebnisse in Greifswald – 3 Titel bei O19 Landesmeisterschaften
17,666 merken wir uns mal kurz und schauen dann was die Zahl mit dem 7. Dezember zu tun hat. Immerhin fanden an besagtem Tag die Landesmeisterschaften der Erwachsenen statt. Wie schon im Vorjahr lud der Greifswalder SV 98 in seine Heimstätte, die neue Sporthalle III ein.
44 der besten Athletinnen und Athleten aus sechs Vereinen folgten der Einladung. Auch wenn ein paar Traditionsvereine dem Jahreshighlght fern blieben, war es doch eine vernünftige Teilnehmerzahl. Allerdings muss man auch bedenken, dass die nur zustande kam, weil das Feld traditionell mit dem starken Jugendkader des Landes aufgestockt wird. Leider gibt es auch innerhalb unseres eigenen Vereins derzeit nur wenige Leute, die sich für die LEM berufen fühlen oder aber überhaupt antreten dürfen (wer in einem anderen Bundesland Liga spielt, darf in MV nicht Meisterschaft spielen). Dazu kam, dass sich unser Mixed-Silbermedaillengewinner von 2024, Patrick, noch auf der Rückreise aus Bayern befand.
So kommen wir wieder zu jener ominösen Zahl von 17,666. Das ist nämlich das Durchschnittsalter unserer sechs Recken. Namentlich Hermine, Lara, Chrissi, Bruno, Roman sowie unsere „Alteste“, Lena. Also waren wir unter 18 bei einer O19-Meisterschaft.
Was das Sextett dann aber zustande brachte, war überaus beeindruckend. So erwischten Roman und Bruno (beide 16) einen wahren Sahnetag, dominierten förmlich die gesamte Herrenkonkurrenz. Roman, aktuell Deutschlands Nummer 11 im Jungeneinzel U17, gewann nach seinem Triple bei den Jugendmeisterschaften nun auch in allen drei O19-Disziplinen Gold. Im Einzel setzte er sich in einem spannenden 3-Satz-Finale gegen unsere Nummer Zwei durch. Im Doppel ließen er und Bruno gemeinsam keine Zweifel aufkommen, dass sie aktuell MVs bestes Herrendoppel bilden. Und im Mixed sicherte sich Roman noch einmal zusammen mit Lena den Titel. Heißt auch: Lena setzte ihrerseits noch einmal einen drauf und verbesserte ihren Überraschungserfolg vom vergangenen Jahr (an der Seite von Patrick) – von Silber zu Gold. Der Wahnsinn.
Eine weitere Medaille sicherten sich unsere beiden 15-Jährigen Vorzeigeathletinnen. Nach einem etwas unglücklich verlorenem Halbfinale sprang für das eingespielte Duo immerhin Bronze heraus. Nicht wie erwartet lief es hingegen für Chrissi. Im Einzel verlor er das vereinsinterne Viertelfinale gegen Bruno und im Doppel sprang leider sein Partner kurzfristig ab – immerhin durfte er mit einem Ersatzmann starten. Die Titelambitionen im Mixed, die er gemeinsam mit Greifswalds Nummer 1, Wilhelmine Witthus, hegte, wurden jedoch schon in der Runde der besten 8 zunichte gemacht. Völlig überraschend verlor das ein Position Zwei gesetzte Duo seine Partie gegen Neubrandenburgs 13-jähriges Megatalent Lucas Jeschke und Partnerin. Das war es dann diesmal mit der erhofften Medaille.
Übrigens, auch im Herrendoppel heimste sich der Youngster aus der Vier-Tore-Stadt Bronze ein. Gemeinsam mit dem Neubrandenburger René Munkelt. Das ist absolut beeindruckend.
Ein neuer Name im Team des BSC 95
Wer jetzt aber die Ergebnisse genau angeschaut hat, dem ist da sicherlich etwas aufgefallen. So steht neben dem Namen Lucas Jeschke plötzlich der Vereinseintrag BSC 95. Einen Tag zuvor war der 13-Jährige beim heimischen Ranglistenturnier doch noch als Motor-Südler gestartet.
Lösen wir es auf: Lucas ist mit Beginn der Liga-Rückrunde (also im Spielbetrieb der Senioren) für Schwerin gemeldet. Er wird hier die Position des ersten Herren der 2. Mannschaft übernehmen. Ein Zugewinn für beide Seiten. Und als nun Mannschaftsspieler für den BSC startet er folgernd auch bei der O19 LEM für uns. Im Juniorenbereich wird er weiterhin und zurecht Erfolge und Medaillen für den SV Motor Süd einsammeln.
An dieser Stelle müssen wir also noch einmal berichtigen: Das Durchschnittsalter der (nun sieben) BSC-Starter:innen liegt nun nicht mehr bei 17,666 Jahren. Nein, es liegt bei glatten 17.
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Hobbyliga in Neukloster – BSC-Team schrammt nur knapp an Sieg vorbei
Natürlich wird beim BSC 95 nicht nur auf gehobenem Niveau Badminton gespielt. Bekanntlich finden bei uns neben den Liebhaber:innen des gefiederten Balles auch solche, die es auf Plastik abgesehen haben, eine sportliche Heimat. Entsprechend sind wir seit ihrer Erstauflage auch im Spielbetrieb der Hobbyliga aktiv. Und unser Team durfte parallel zur Landesmeisterschaft im nicht ganz so fernen Neukloster an die Netze.
Leider stand wegen der Absage Parchims offiziell nur das Aufgebot von Fortuna Rostock unseren Männern und Frauen gegenüber. „Deswegen haben wir aber noch ein paar Spiele außerhalb der Wertung gemacht“, so Teamkapitän Basti. Zufrieden zeigte er sich auch mit dem Abschneiden gegen die Hansestädter: „Insgesamt sind wir etwas besser aufgetreten als sonst, zumal es sich so angefühlt hat, als wären wir auf dem selben Level.“ Für einen Sieg reichte es dennoch nicht. Am Ende der sechs spannenden Spiele ging man mit einer 1:5-Niederlage aus der Begegnung.
Ein richtig dicker Pluspunkt wurde aber an die Gastgeber vergeben. Nicht nur die absolut lockere und entspannte Stimmung (inkl. Musik im Hintergrund) gefiel unserem Team. Es wurde richtig dick aufgefahren: heißt, richtiges Publikum. Was die oberen BVMV-Ligen eher selten hinbekommen, haben die Hobbyligisten des 4.000-Seelen-Ortes tatsächlich bewerkstelligen können. Einmal fett die Werbetrommel geschlagen und schon geht’s. Klasse.
Für den BSC spielten: Basti, Benny, Johanna, Anje, Ima, Christine




